Vitamin K2 und Zahngesundheit: Ein vielversprechender Nährstoff für stärkere Zähne und gesundes Zahnfleisch
Vitamin K2 stößt in der wissenschaftlichen Forschung auf wachsendes Interesse. Dabei geht es nicht nur um seine Bedeutung für gesunde Knochen, sondern auch um seine möglichen Vorteile für Zähne, Zahnfleisch und das Gewebe, das den Zähnen Halt gibt.
Obwohl die Zahl der Studien, die den direkten Einfluss einer Vitamin-K2-Supplementierung auf die Zahngesundheit untersuchen, noch begrenzt ist, liefern die bisherigen Ergebnisse interessante Anhaltspunkte, um die Bedeutung dieses wichtigen Nährstoffs weiter zu erforschen.
Wie Vitamin K2 den Kalziumstoffwechsel unterstützt
Vitamin K2, auch Menachinon genannt, spielt eine wichtige Rolle im Kalziumstoffwechsel des Körpers. Es trägt zur Aktivierung von Proteinen bei, die an der Regulierung des Kalziumstoffwechsels beteiligt sind. Dazu gehören Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein (MGP).
Osteocalcin ist an der Bildung und dem Umbau von Knochen beteiligt, während MGP dabei hilft, Kalziumablagerungen in verschiedenen Geweben zu regulieren.
Diese Eigenschaften machen Vitamin K2 zu einem interessanten Forschungsgegenstand für Wissenschaftler, die sich mit der Gesundheit von Knochen, Zähnen und dem umliegenden Gewebe beschäftigen [1].
MK-4 und MK-7 gehören zu den am besten untersuchten Formen von Vitamin K2.
Die Bedeutung von Vitamin K2 für den Mineralstoffwechsel ist gut erforscht. Sein möglicher Einfluss auf den Zahnschmelz und die langfristige Zahngesundheit entwickelt sich zu einem zunehmend interessanten Forschungsgebiet.
Vitamin K2 und Karies: Vielversprechende Forschungsergebnisse

Im Juli 2025 wurde in der Fachzeitschrift Frontiers in Oral Health eine interessante Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen und dem Auftreten von Karies untersuchte [2].
Anhand von Daten der amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) stellten die Forscher fest, dass eine höhere Vitamin-K-Zufuhr in einigen Analysen mit einer geringeren Anzahl kariöser, aufgrund von Karies fehlender oder gefüllter Zähne verbunden war. Dieser Zusammenhang wurde bei Jugendlichen beobachtet. Auch die Ergebnisse zu Phosphor und anderen Vitaminen weckten das Interesse der Wissenschaftler.
Weitere interessante Erkenntnisse lieferte eine im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Medicine veröffentlichte Studie. Die Forscher analysierten Daten von 4.221 Teilnehmern des amerikanischen NHANES-Programms und untersuchten Zusammenhänge zwischen der Vitaminzufuhr und dem Auftreten von Karies [3].
Eine geringere angegebene Vitamin-K2-Zufuhr war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Karies verbunden. Dieses Ergebnis liefert weitere interessante Hinweise auf die mögliche Bedeutung dieses Vitamins für die Mundgesundheit.
Beide Studien liefern vielversprechende Erkenntnisse. Allerdings untersuchten sie Vitamin K2 im Allgemeinen und nicht unmittelbar die Wirkung von Vitamin-K2-Präparaten. Die Ergebnisse bilden eine vielversprechende Grundlage für die weitere Erforschung der möglichen Vorteile von Vitamin K2 für die Zahngesundheit.
Vitamin K2 und die Gesundheit von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat
Gesunde Zähne hängen nicht nur vom Zustand des Zahnschmelzes ab, sondern auch von der Gesundheit des Zahnfleisches, der Fasern des Zahnhalteapparates und des Knochens, der die Zahnwurzeln umgibt. Gemeinsam sorgen diese Gewebe für die Stabilität und den sicheren Halt der Zähne.
Im Jahr 2023 wurde in der Fachzeitschrift Healthcare eine Studie mit 100 Teilnehmern veröffentlicht. Davon litten 50 Personen an Parodontitis, während die anderen 50 nicht von dieser Erkrankung betroffen waren [4].
Bei Personen mit Parodontitis wurden niedrigere Werte von Markern festgestellt, die mit Vitamin-K2-bezogenen biologischen Prozessen in Verbindung stehen. Diese Werte nahmen im Allgemeinen mit zunehmendem Schweregrad der Erkrankung ab. Die Forscher beobachteten außerdem Zusammenhänge mit Zahnfleischbluten bei der Untersuchung, dem Verlust von Zahnhaltegewebe und dem Abbau des umgebenden Knochens.
Dies ist ein interessantes Ergebnis, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Vitamin K2 bei biologischen Vorgängen im Knochengewebe. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Forscher Osteocalcin-basierte Marker untersuchten und nicht direkt die Blutkonzentrationen einzelner Vitamin-K2-Formen bestimmten.
Auch Laboruntersuchungen haben vielversprechende Ergebnisse geliefert. Im Jahr 2021 zeigten Wissenschaftler, dass Vitamin K2 die Entwicklung von Stammzellen des Zahnhalteapparates in Richtung knochenbildender Zellen förderte. Dieser Prozess erfolgte unter Beteiligung des Wnt/β-Catenin-Signalwegs [5].
Ein solcher Vorgang ist für die Bildung und den Erhalt von gesundem Knochengewebe von Bedeutung.
In einer weiteren, 2026 veröffentlichten Studie untersuchten Wissenschaftler den Einsatz der Vitamine K2 und B12 bei der experimentellen Vorbereitung von Dentin für regenerative zahnmedizinische Verfahren [6].
Sie beobachteten günstige Ergebnisse hinsichtlich der Anhaftung und Wanderung von Stammzellen des Zahnhalteapparates sowie bei Prozessen, die mit der Mineralisierung zusammenhängen.
Obwohl es sich dabei um Laborversuche und nicht um Untersuchungen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln handelte, verdeutlichen diese Ergebnisse das interessante Potenzial von Vitamin K2 in der Forschung über das Gewebe, das die Zähne umgibt.
Natürliche Lebensmittelquellen für Vitamin K2
Vitamin K2 kann auf natürliche Weise über die Ernährung aufgenommen werden. Es kommt vor allem in fermentierten Lebensmitteln und bestimmten tierischen Produkten vor.
Eine der reichhaltigsten Quellen ist Natto, ein traditionelles japanisches Lebensmittel aus Sojabohnen, die mithilfe von Bacillus subtilis-Bakterien fermentiert werden.
Natto enthält besonders viel Vitamin K2 in der Form MK-7. In 100 g können etwa 850 bis 1.000 µg Vitamin K2 enthalten sein [9].
Auch fermentierte und gereifte Käsesorten wie Gouda, Edamer und Emmentaler können gute Quellen darstellen. Je nach Herstellungsverfahren enthalten sie unterschiedliche Formen von Vitamin K2, insbesondere MK-8 und MK-9.
Vitamin K2 findet sich außerdem in Eigelb, Geflügelfleisch, Schweinefleisch, Leber, Butter und bestimmten vollfetten Milchprodukten. Lebensmittel tierischen Ursprungs enthalten unter anderem die Form MK-4.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Vitamin K2 und Vitamin K1. Spinat, Grünkohl und Brokkoli sind reich an Vitamin K1, stellen jedoch keine bedeutenden direkten Quellen für Vitamin K2 dar.
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit natürlichen Vitamin-K2-Quellen ist eine einfache Möglichkeit, den Körper mit diesem interessanten Vitamin zu versorgen.
Warum Vitamin K2 und D3 eine interessante Kombination bilden
Die Vitamine K2 und D3 erfüllen unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Aufgaben im Mineralstoffwechsel des Körpers.
Vitamin D3 unterstützt die Aufnahme von Kalzium und Phosphor. Beide Mineralstoffe sind für die Erhaltung gesunder Knochen und Zähne unverzichtbar.
Vitamin K2 trägt zur Aktivierung von Proteinen bei, die an der Regulierung des Kalziumstoffwechsels beteiligt sind, darunter Osteocalcin und MGP.
Es ist daher nicht überraschend, dass Wissenschaftler großes Interesse am Zusammenspiel dieser beiden Vitamine zeigen.
Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Metaanalyse untersuchte acht klinische Studien mit insgesamt 971 Teilnehmern. Dabei wurde die kombinierte Wirkung der Vitamine D und K2 auf die Knochengesundheit bewertet [7].
Die Forscher stellten Verbesserungen bei bestimmten Messwerten der Knochenmineraldichte sowie eine Verringerung des untercarboxylierten Osteocalcins fest. Dieser Marker steht mit der Aktivität von Vitamin K2 in Zusammenhang.
Die sich ergänzenden Funktionen der Vitamine D3 und K2 im Kalziumstoffwechsel führen dazu, dass ihre Kombination auf großes wissenschaftliches Interesse stößt.
Wichtig: Personen, die Warfarin oder andere Medikamente aus der Gruppe der Vitamin-K2-Antagonisten einnehmen, sollten die Einnahme von Vitamin-K2-Präparaten vorher mit ihrem Arzt besprechen, da Vitamin K2 die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen kann [1].
Zusammenfassung

Vitamin K2 spielt eine wichtige Rolle im Kalziumstoffwechsel des Körpers. Bevölkerungsstudien haben vielversprechende Zusammenhänge zwischen der Vitamin-K-Zufuhr und der Zahngesundheit aufgezeigt. Untersuchungen zur Parodontitis und Laborstudien liefern zudem interessante Erkenntnisse über die mögliche Rolle von Vitamin K2 bei der Erhaltung gesunder Gewebe, die den Zähnen Halt geben.
Ein weiterer interessanter Forschungsbereich ist die Kombination der Vitamine K2 und D3, deren sich ergänzende Wirkungen für den Kalziumstoffwechsel und die Knochengesundheit von Bedeutung sind.
Für die tägliche Zahngesundheit bleiben eine gute Mundhygiene, regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen und die Einschränkung eines häufigen Zuckerkonsums besonders wichtig. Ebenso empfehlenswert ist eine abwechslungsreiche Ernährung, die natürliche Vitamin-K2-Quellen enthält und eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D gewährleistet.
Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse eröffnen vielversprechende Perspektiven für die weitere Erforschung der Rolle von Vitamin K2 bei der Erhaltung gesunder Zähne und des Zahnhalteapparates.
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- Huang, J., Zhang, Y., & Zeng, B. (2026). Assessing the role of vitamins in dental caries occurrence: A retrospective study using NHANES data 2011 to 2018. Medicine, 105(26), e49191. https://doi.org/10.1097/MD.0000000000049191
- Olszewska-Czyz, I., & Firkova, E. (2023). A Case Control Study Evaluating the Relationship between Vitamin K2 Serum Level and Periodontitis. Healthcare, 11(22), 2937. https://doi.org/10.3390/healthcare11222937
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- Kandil, H. M., et al. (2026). Exploring vitamin K2 and B12 as bioactive micronutrients for dentin conditioning in regenerative endodontics procedures. Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology, 399, 12645-12658. https://doi.org/10.1007/s00210-026-05129-8
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